Das große Gräberfeld

Irgendwann einmal in der frühen Eisenzeit, vor über 1500 Jahren, wurde eine Frau in einer Röse hoch in den Hängen von Refsnes begraben. Mit ins Grab bekam sie einige ihrer Habseligkeiten. Das Grab wurde von Familie und Freunden in Form eines Steinhügels als Grabdenkmal für die Frau gebaut.

Im Laufe der Zeit wurde der Grabhügel mit über 40 Steinhügeln zusammen in einem großen Gräberfeld gesammelt. Die Gräber waren gut sichtbar von der Selnesbucht und der Meeresöffnung zum Sørfjorden. Von den Steinhügeln aus konnten die Toten über das Land, den Strand und das Meer schauen und den Hof und die Familie hüten.

Die Jahre vergingen und die Zeiten änderten sich. Die alte nordgermanische Religion verschwand allmählich als das Christentum im Land eingeführt wurde. Die alte Tradition der Bestattung der Toten in Rösen und Hügelgräbern auf dem Hof ​​wurden durch neue christliche Riten mit Bestattung in geweihter Erde auf Friedhöfen ersetzt.

Zurück blieben die alten Rösen bei Refsnes, vergessen, und im Laufe der vergangenen Jahrhunderte, versteckt, überwuchert und zugewachsen von Gebüsch und Gestrüpp. Die alten Gräber und die Spuren der Menschen vor uns, ihr Leben und Tod verschwanden unter Vegetation und Wildnis.

1500 Jahre nachdem die Frau in der Röse bei Refsnes begraben worden war wurde das alte Gräberfeld von Archäologen wiederentdeckt. Damit alle die Rösen in der schönen Landschaft, die sie umgibt und dies als Teil der Geschichte erleben können, mussten sie wieder ans Tageslicht geholt werden!

Seitdem haben Alt und Jung, Grundbesitzer und Archäologen, Schulklassen und Interessierte in gewissenhafter Arbeit die Säuberung der alten Grabhügel vorgenommen. Sie haben Bäume gefällt und Sträucher entfernt, Gestrüpp und Vegetation, in strömendem Regen und Sonnenschein, Windstille und stürmischem Wetter. Allmählich tauchten kleine und große Rösen aus dem alten heidnischen Gräberfeld auf, Gräber die uns Möglichkeiten geben einen Einblick in eine vergangene Glaubensrichtung zu bekommen, wie Männer, Frauen und Kinder einst lebten und starben hier in der Bucht des Fjordes.

Die Rösen bei Refsnes sind jetzt wieder gut sichtbar. So wie sie einmal gedacht waren in der Landschaft zu erscheinen. Heute können wir hier stehen und auf die alten Gräber blicken und uns über die vielen Mysterien des Altertums wundern. So können das was vor langer Zeit erschaffen wurde und das was heute durch das Freiräumen, Zurechtlegen und Zugänglichmachen geschaffen wird wertvolle Elemente im Kulturmilieu von Refsnes auch in der Zukunft werden.

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